Breite Unterstützung für Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus

 STATEMENT, 14. Juli 2026 

Beim Vernetzungstreffen „Geschichtskultur“ (13.–14. März 2026 in Hamburg) kamen erstmals über 300 Personen aus Erinnerungskultur, Kunst, Wissenschaft, Kulturbehörden- und -institutionen sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Das Vernetzungstreffen hat die große Vielfalt der erinnerungskulturellen Landschaft sichtbar gemacht.

Im Rahmen eines Open Space haben sich Vertreter:innen verschiedener (geschichts-)kultureller Einrichtungen über Empfehlungen zur Stärkung der Aufarbeitung des Kolonialismus verständigt und zur Unterzeichnung eingeladen. 

Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus

In Deutschland gibt es zahlreiche Initiativen, die über Jahrzehnte hinweg eine große Expertise zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit entwickelt haben. Sie ist Teil einer umfassenden bundesdeutschen Erinnerungskultur und gehört zur historischen Verantwortung der Bundesrepublik. Wir begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, die Aufarbeitung des Kolonialismus zu intensivieren und halten es für dringlich geboten, Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene umzusetzen.

Wir, die Unterzeichnenden, empfehlen:

  1. Institutionelle Förderung: Dauerhafte und auskömmliche Förderstrukturen für die Entwicklung von dezentralen Lern- und Gedenkorten zur Kolonialismus-Erinnerung und -Aufarbeitung sind notwendig.
  2. Sichtbare Verortung: Zusätzlich braucht es einen zentralen Lern- und Erinnerungsort zum deutschen Kolonialismus von internationaler Bedeutung mit hoher kultur- und politikhistorischer Relevanz. Hierfür bieten sich Standorte mit historischem Bezug zum Kolonialismus an.
  3. Wissenschaftliche Forschung: Nationale und internationale Strukturen zur Erforschung der deutschen und globalen Kolonialgeschichte müssen ausgebaut und gefördert werden, ebenso die Erforschung institutioneller Involviertheit in kolonialhistorische Zusammenhänge.
  4. Vermittlung: Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus muss als Querschnittsthema in den Lehrplänen und in außerschulischen Bildungsangeboten verankert werden.
  5. Kooperation: Die Einbindung der Communitys und kolonialgeschichtlich belasteter Institutionen in die Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen und Forderungen ist wichtig.


Eine aktuelle Liste der unterzeichnenden Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen findet sich auf der Seite des Gedenkstättenforums.


Kontakt:
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Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten / Arbeitsgemeinschaften Gedenkstätten zur Diktatur in SBZ und DDR; Decolonize Berlin e.V. / Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors / Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V. (VGD)